Hauptkategorie: ROOT Kategorie: Informationen Drucken

Wie man durch Investionen in Brunnenregenrierung jeden Tag sparen kann!

Auftraggerber sparen leider gern die Kosten für Vor- und Nachuntersuchungen wie Kamerabefahrungen und vor allem Geophysik ein.

Die angebliche Kosteneinsparung führt leider dazu, dass die tatsächlichen Alterungsprozesse im Brunnen nicht richtig erkannt und Veränderungen im Anstromverhalten des Filterbereiches nicht registriert werden können. Und dann muss der Brunnen nach kurzer Betriebsdauer schon wieder regeneriert werden. Wie kann das sein?

Das einfache Messen des Absenkspiegels nach der Regenerierung, welcher natürlich bei fast jeder Regenerierung wieder angestiegen ist sowie die zugenommene Fördermenge, reicht nicht aus um einen angeblichen Regenriererfolg zu dokumentieren. Dies zeigt sich dadurch das Brunnen schon nach kurzer Zeit ihre Leistungsfähigkeit wieder verlieren. Was ist die Ursache dafür?

Die Gründe dafür sind vielfältig, Planungs- und Ausführungsfehler bei Herstellung des Brunnen, schlechtes bis nicht vorhandenes Brunnenmonitoring im Betrieb, schlecht geplante und ausgeführte Regeneriermaßnahmen und bei manchem Brunnenbetreiber das fehlende Bewusstsein und auch fehlendes bis nicht ausreichendes Fachwissen für den Brunnen.

 

Die Gründe:

A) Der Wille zu Sparen ist oft zu übermächtig und verhindert in der Regel die erforderliche Sorgfalt welche dem Investitionsgut Brunnen zustehen müsste. Der heutzutage hohe Kostendruck bei abnehmenden Gewinnmargen führt zu Sparmaßnahmen im Instandhaltungsbereich und damit auch bei dem Brunnenbauwerk.  Dazu kommt, dass das Brunnenbauwerk versteckt im Boden liegt und in Vergessenheit gerät bis plötzlich, unerwartet kein oder zu wenig oder verschmutztes Wasser fördert. Dieses Problem ist auch bei anderen Bauwerken häufig der Fall, wie z.B. Abwasserkanäle, Lüftungs- und Klimaanlagen.

Anderseits: Das eigene Auto geht natürlich ein mal im Jahr zur Inspektion, der Zahnartz wird mindesttens ein mal im Jahr besucht, der Schornsteinfeger kommt ein mal im Jahr zur Überprüfung, ist ja klar! Aber der Brunnen? Wird kein TÜV für verlangt, barucht kein Bonusheft, wird also leider gern vergessen, bis es zu spät ist!

Aufgrund der zunehmend erschwerten Genehmigung von Neubaubrunnen sowie der erheblichen Kosten für ein neues Bauwerk ist der bestehende Brunnen ein schützenwertes Investitionsgut.

Beispielbrunnen Neubau: 40 m Tief Bohrdurchmesser 1000 mm Ausbau 25m Vollrohr PVC DN600, 10 m Filter VA Wickeldraht DN 600, 5 m Sumpfrohr DN600

Planung:10.000,-€  Ausbau Material 20.000,-€ Bohrung:20.000,-€, Brunnenausrüstung: 20.000,-€ Gesamtkosten 70.000,-€

Lebensdauer ohne Rgenerierung 20 Jahre

Brunnenregenerierung: 7.000,-€ bis 14.000,-€

Regenrierintervall alle 5 Jahre : In 30 Jahren Betrieb = 5 * 14.00= 70.000,-€ Regenerierkosten

Lebensdauer mit Regenerierung 50 Jahre !

Innvestionskosten ohne Regenerierung für 50 Jahre : 2,5 Neubaubrunnen = 2,5*70.000,-€ =175.000,-€ ohne Inflationsausgleich

Investitionskosten mit Regenerierung für 50 Jahre : 1 Brunnen = 70.000,-€ + 9*10.000,-€ = 90.000,-€ ohne Inflationsausgleich

Bedeutet direkt : Ersparung von mindestens 85.000,-€

Dazu kommen noch Kosten für den erhöhten Sromverbrauch der Unterwasserpumpen bei den nicht regenerierten Brunnen sowie sehr wahrscheinliche Pumpenschäden.

Ersatz Pumpen in 50 Jahren : 2* 6.000,-€ = 12.000,-€ + Pumpen Wechselkosten 2*1.000,-€ =2.000,-€ Summe=14.000,-€ ohne Inflationsausgleich

Srommehrverbrauch 10% in 50 Jahren : 0.25€*24h*365d*50a=109.500,-€*0.1=10.950,-€ ohne Inflationsausgleich

Ergebnis :  109.950,-€ Ersparniss = 2.199,-€ pro Jahr bei 50 Jahren Lebensdauer !

Das Beispiel zeigt deutlich den Einspareffekt welcher bei ca 6 Euro pro Tag liegt, bei Betriebsstromkosten von ca. 3 Euro am Tag.

Wenn sie diese Beispielrechnung nachvollzogen haben werden sie sicher denken das Brunnenregenerierung auch als Spardose betrachtet werden kann, oder wenn die Brunnen nicht regeneriert werden kein Geld gespart wurde sondern 109.950,-€in 50 Jahren oder 2.199,-€ pro Jahr  zusätzlich investiert worden sind.

So viel zum Thema Sparen!

B) Bei Regeneriermaßnahmen sollte immer eine gründliche Zustandserfassung durch Grundlagenermittlung wie Geologie und Hydrologie, Auswertung der Brunnenakte, Inaugenscheinnahme des Brunnens mit Kamerabefahrung und Untersuchung des Brunnenringraums durch Geophysik erfolgen.

Nur mit den daraus gewonnen Daten lässt sich eine Regenerierung sinnvoll planen oder auch als Ergebnis herauskommen das eine  Regenerierung des Brunnen nicht Erfolgversprechend ist weil der Brunnen falsch geplant und oder ausgeführt worden ist. In den  letzten Jahren ist auf dem Gebiet der Brunnenalterung viel geforscht worden und auch neue Filterrohrtechnik sowie Filterraumfüllungen wie.z.B. Glaskugeln haben Auswirkungen auf den aktuellen Brunnenbau.

Viele ältere Brunnen sind mit Filterrohren mit hohen Eintritswiderständen oder nicht dauerhaft standfesten Ausbaurohren oder falsch dimensionierten Kiesschüttungen ausgebaut worden. Dazu kommt das mit der damaligen Kolbtechnik die Kiesschüttung nicht ausreichend verdichtet werden konnte und die Intensiventsandung des Brunnens bei der Entwicklung mit den damals verwendeten Techniken nicht ausreichend war. Zusätzlich ist oft eine nicht ausreichende Analyse der anstehenden Lockergesteinsschichten vorgenommen worden wodurch eine falsche Sieblinie ermittelt wurde welches zu einer Fehlbemessung der Filterkiese und Schlitzweiten führte. Gerade die Analysefehler fallen im Brunnenbetrieb erst Jahre später auf da die Brunnen oft überdimensioniert sind und Alterungsprozesse dadurch erst spät erkannt werden. Auch die doppelte Kiesschüttung ist für die Regenrierung oft problematisch, vor allem wenn feine Sande im Aquifer anstehen.

C) Der technische Zustand des Brunnenausbaus ist erst durch eine Kamerabefahrung festzustellen. Die Verschraubung der Rohrverbindungen und ggf- die  Dichtheit sind optisch zu erkennen. Ablagerungen Inkrustierungen und Verschleimungen lassen sich so feststellen. Schäden am Ausbau wie Löcher, Risse, Verformungen, Knicke, Hindernisse, Fremdkörper werden damit erkannt. Querschnittsveränderungen durch z.B. Einschubverrohrung werden so nachgewiesen. Wenn auf diese  Informationen vor einer Regenerierung verzichtet wird können Schäden und Regenerierabbrüche nicht ausgeschossen werden.

D) Der Bereich hinter dem Brunnenausbaurohr kann nur durch geophysikalische Messverfahren überprüft werden. Mit der Messung der natürlichen Gamma Strahlung (GR) können Gebirgsschichtung und Tonsperren überprüft werden. Mit der Dichte Messung durch Gamma Gamma Sonden (GGD) mit aktiven radioaktiven Stahlern kann die Dichte hinter dem Brunnenrohr gemessen werden. Damit wird die Lage der Tonsperre und deren Zustand überprüft. Ebenso können Hohlräume in der Ringraumfüllung des Brunnens erkannt werden. Mit einer fokussierten Widerstansmessung (FEL) kann die Dichtheit von Rohrverbindngen bei nicht leitfähigen Verrohrungen (Kunststoff) überprüft werden. Mit der Messung der elektromagnetischen Induktion (IL) kann in nicht leitenden Rohren die Gebirsschichtung sowie die Tonsperre kontrolliert werden. Mittels der Flowmetermessung (FLOW) können Wasserströmungen und Wasserzutrittsbereiche festgestellt werden. Damit können vor allem die Veränderungen vor und nach der Regenerierung nachgewiesen werden. Mit einer Ursprungsmessung nach dem Neubau kann der Alterungsprozess bei Nachfolgemessung besser beurteilt werden. Die Messung der Leitfähigkeit (SAL) und Temperatur (TEMP) zeigt Wasserschichtung und Zutrittsbereiche. Diese Informationen sind unerlässlich um den Regeneriererfolg beurteilen zu können!

E) Kolamation von Brunnen ist für viele Brunnen ein Problem geworden. Die Fehlbemessung der Brunnen führt dazu das Sand und Schluffkorn die Filterkiese verstopft und bei großen Bohrdurchmessern und großen Ringräumen durch Regenerierverfahren oft nicht vollständig entfernt werden können. Diese Brunnen können eventuel nur duch Intensiventsandung oder Hochleistungsentsandung regeneriert werden.

F) Das falsche Regenrierverfahren ist die wichtigste Ursache für die häufig rasche Alterungen nach Regenmeriermaßnahmen. Wenn ggf. keine ausreichende Zustandsuntersuchung durchgeführt und das falsche Verfahren eingesetzt wurde ist ein rascher Abfall der Förderfähigkeit die Folge. Wichtig ist die Bertachtung von Einwirkmechanismen und Eindringtiefen von Regenerierverfahren. Wenn eine Firma nur ein mechnaisches Verfahren neben der chemischen Regenerierung anbietet, ist äußerste Vorsicht geboten. Sandmessungen als Teilstromentnahme aus dem abgeförderten Wasser müssen den Regenrierprozess immer begleiten und ausreichend dokumentiert sein. Einfach nur Chemie reinschütten, ein bischen umpumpen oder nur mit der Hochdruckdüse Spülen reicht nicht aus um die wirksamen Porenräume im Filterkies von Verstopfungen zu befreien und einen Anschluss des Filterkieses an das Gebirge zu erreichen. Auch die Materialbrücken im Gebirge im Randbereich des Brunnenringraums müssen aufgebrochen werden und die gelösen Unterkornfraktionen ausgefördert werden.